Das Buch „ADHS entschlüsselt“ beschäftigt sich mit dem Thema Aufmerksamkeit auf einer sehr tiefen Ebene. Sie sagten, das sind Ihre Erkenntnisse. Könnten Sie bitte etwas Licht darauf werfen?

 

Das Thema Aufmerksamkeit  beschäftigt mich seit Ende der achtziger Jahre. Die Grundinhalte des Buches sind schon in zwei Artikeln in 2006 und 2007 veröffentlicht worden. In diesem Buch erhebe ich den Anspruch, alle Facetten im Leben zu berücksichtigen, die sowohl die Bewegung unserer Aufmerksamkeit verursachen und beeinflussen als auch ihr kürzeres oder längeres Verweilen beim jeweiligen Lebensaspekt. Jedoch können der Lebensaspekt oder die Lebensfacette, die in einem Moment oder für eine gewisse Zeit unsere Aufmerksamkeit lenken, sowohl tief als auch gewöhnlich oder sogar banal sein.

 

Zum Beispiel könnte ich in meinem Arbeitszimmer mit einem Klienten arbeiten oder als Schüler in der Klasse, und durch eine leichte Übelkeit oder eine entsprechende Energielosigkeit abgelenkt werden von dem, was ich gerade tue oder tun sollte oder wollte. Und das, weil ich gar nicht oder nur ungenügend gefrühstückt habe.

 

In einem anderen Beispiel könnte aber meine Aufmerksamkeit fast zwanghaft und sehr häufig auf Handlungen und Situationen gelenkt werden, in denen ich nach Mitteln der Anerkennung oder Aufmerksamkeit oder Liebe von anderen suche. Und dies, weil meine Selbstliebe, aus welchen grundsätzlichen Ursachen auch immer, defizitär ist.

 

Wir erkennen also, dass unsere Aufmerksamkeit aus unterschiedlichen Gründen und Quellen auf dies oder das gelenkt oder von dem oder dem abgelenkt werden kann.

 

Was allerdings interessanterweise sowohl bei diesen beiden Beispielen als auch bei allen oder vielen anderen möglichen Beispielen überhaupt auffällt, ist die Tatsache, dass wir es mit etwas zu tun haben, was uns fehlt, was wir brauchen. Und dies mag nicht überraschen, denn wohin soll unsere Aufmerksamkeit sonst hin außer zu dem, was wir brauchen und daher wollen? Nicht wahr?

Sie erwähnen, dass Sie offen sind für Auseinandersetzungen zu Ihren Befunden darüber, was Aufmerksamkeit wirklich ist. Wie meinen Sie das?

    

Damit ist gemeint, dass ich mich zwar mit den Erkenntnissen, die im Buch dargestellt sind, ziemlich sicher fühle, jedoch offen bin, etwas neu zu betrachten, sollten neue gute Argumente auftauchen.

Auch wenn ich meine, dass die Tatsachen für sich sprechen, so ist es manchmal auch eine Definitionssache oder hat damit zu tun, was und wie man etwas versteht. Zum Beispiel an der Stelle, an der ich dieses Offensein anspreche, geht es darum, ob Aufmerksamkeit dem Bewusstsein vorausgeht oder ob das Umgekehrte der Fall ist. Keine nur einfache Angelegenheit wie z.B. das Verstehen davon, was ein Tisch oder was Multiplikation ist, jedoch überaus wichtig, wenn man in die Hinterzimmer der Machenschaften unserer Aufmerksamkeit vordringen möchte.

 

Und nicht zuletzt: offen für Diskussion oder gute Argumente oder neue Fakten sollte jeder sein, der wahre Wissenschaft oder Wahrheit mag und nicht nur pure Behauptungen oder bloss gut klingende Geschichten hören will.

Ist das Buch für eine bestimmte Zielgruppe gedacht?

 

Zur Zielgruppe meines Buches gehören all diejenigen, die verstehen, wie zentral und global die Bewegung und das Verweilen unserer Aufmerksamkeit unser Leben bestimmen; in jedem Moment. Denn das, worauf wir nicht aufmerksam sind, erleben wir nicht, es existiert für uns nicht. Das andererseits, was wir erleben, weil wir darauf aufmerksam sind, ist der INHALT unseres Lebens, IST unser Leben. 

 

Dessen, unseres Lebens in seiner Ganzheit also, bewusst zu werden und es in Übereinstimmung zu bringen mit dem, wie wir wirklich sind und was wir wirklich brauchen, ist so gut wie unnegierbar. Wir wollen es automatisch immer mehr, je bewusster und klarer wir es spüren und durchschauen.

Sie verbinden Aufmerksamkeit mit der bewussten Erfahrung und mit unserer Existenz, also indirekt mit einer Lebensweise. Es ist eine sehr umfangreiche Aussage in wenigen Worten. Welches Lebensbeispiel könnte diese Tatsache veranschaulichen?

 

Sehr viele Beispiele könnte ich anführen. Am liebsten jedoch oder als erstes, dass Kinder heutzutage einerseits überfordert werden von den Anforderungen des Bildungssystems und von den gesellschaftlichen Erwartungen und andererseits so wenig von dem bekommen, was sie brauchen, oder kaum sein dürfen, wie sie wirklich sind oder wie sie wären, wenn man sie lassen würde. Das zieht sich dann eben in sehr vielen Fällen mindestens bis ins erwachsene Alter hinein.

Wenn der Unterricht nicht interessant ist und die Welt dagegen so voll von anderen lebendigen und nährenden oder nährenderen Möglichkeiten, ist es dann nicht ein Zeichen von Intelligenz, wenn ein Kind diese andere Welt aufsucht? Dieses Aufsuchen äußert sich dann als Reaktion in der Klasse, durch alles, was ein Loswerden der Langeweile verspricht. Oder als Reaktion auf die immer wieder neuen oder alten und erneuten Erwartungen der Eltern, dies oder das noch zu machen oder zu sein…

 

Genauso können wir Erwachsene z.B. unzufrieden sein mit unserer beruflichen Tätigkeit. Und dann sind wir dabei entweder abgelenkt von dem, was uns gut tun kann, oder wir disziplinieren uns, konzentriert zu bleiben, und sind dann entsprechend erschöpft. Nicht nur Kinder, wir alle wollen uns lebendig fühlen, auf mehreren Ebenen genährt fühlen, uns selbst erleben in dem, wie wir sind, uns selbst entdecken in dem, wie wir durch Entfaltung dessen werden, wie wir gedacht sind zu sein.

 

Was wir brauchen und was wir sein müssen, das ist der Ausdruck von Kräften oder Energieströmen, die das Leben ausmachen. Lebendigkeit. In Liebe sein. Erschaffen. Entdecken. Verstehen. Leben. Genährt sein. Gelassen sein. Frei sein. Wenn diese Kräfte vernachlässigt werden oder unterdrückt, ob bewusst oder unbewusst, dann muss unsere Aufmerksamkeit reagieren, damit wir das, was uns fehlt, bekommen. Sowohl in der Schule, als auch im Beruf und auch in dem so entscheidenden Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist eine der zentralen Botschaften des Buches.

Der Punkt, den Sie hier vorbringen, ist von größerer Bedeutung für alles, was wir im Leben erreichen wollen. Und Sie haben beschrieben, was die Probleme sind, die zu einer Defizitsituation führen können und wie diese identifiziert werden können. Eine weitere, vielleicht traurige Tatsache ist, dass viele Menschen ADHS immer noch als eine Krankheit oder einen Zustand betrachten, der durch Medikamente kontrolliert werden kann, und tägliche Medikamente dafür verwenden. Was ist Ihre Botschaft für sie?  

 

Stellen wir uns ein mit Batterie betriebenes Spielzeug vor, dessen Batterie ziemlich leer ist, und das aus diesem Grund anfängt, zitterig zu werden in seiner ansonsten fließenden Bewegung oder ganze Aussetzer zu haben. Es zuckt, bewegt sich wieder etwas, dann stoppt es wieder und so fort. Was wäre hier die Diagnose? Bewegungsunfähigkeit oder mangelnde Energieversorgung? Die Antwort ist offensichtlich.

Und nun stellen wir uns ein Kind, einen Erwachsenen oder sogar uns selbst vor, wenn wir uns in den versorgten Phasen befinden. Warum versorgt? Weil wir emotional zufrieden sind oder etwas Interessantes tun oder erleben. In beiden dieser Fälle sind wir ziemlich dabei. Wir haben keine Aufmerksamkeitsaussetzer. Und brauchen kein Medikament. 

 

Sind wir aber im Unterricht aufgefordert, etwas auszuführen oder zu verfolgen, was uns rätselhaft und undurchsichtig erscheint, und werden deshalb innerlich unruhig, und versuchen unorganisiert die Situation zu vermeiden oder geistig und emotional zu flüchten… Oder sind wir beruflich verpflichtet, einem langweiligen Vortrag zuzuhören, und kämpfen zwischen dem Noch-dabei-bleiben und dem Hinübergleiten in alle möglichen schöneren Aktivitäten, die wir gleich danach wahrnehmen werden. 

 

Ob als Schüler im bezugslosen Unterricht oder als Zuhörer eines nicht auszuhaltenden Vortrags, ist hier eins der berühmten Medikamente notwendig? Kein Zweifel, dass ein entsprechendes chemisch starkes Medikament uns an die Leine nimmt und ziehen kann, unabhängig davon, ob etwas dabei inhaltlich herauskommt, jedoch: ist ein solches Medikament die Lösung? Ich gebe hier nicht die Antwort. Die muss sich jeder selbst geben. Nur eins ist sicher: wenn ich lerne, dem Unterricht inhaltlich zu folgen, weil ich etwas verstanden habe, oder wenn ich meinen Beruf wechsle oder mindestens den Bereich innerhalb meines Berufsfelds, dann ziehe ich doch das irgendeinem Medikament vor, das meine Aufmerksamkeit einfriert oder gefangen hält. 

 

Einer meiner letzten Klienten sagte mir am Anfang unserer Arbeit: „Wenn ich das Medikament nicht nehme, fühle ich mich geistig lebendig, mein Denken ist kreativ, die Welt ist sooo interessanter.“

Wenn ich zu wenig oder zu viel Energie habe, dann ist das Problem energetisch und nicht die Aufmerksamkeit. Ich brauche eine Ausbalancierung meiner Energie.

 

Wenn ich etwas nicht beherrsche, dann brauche ich Wissen und nicht Konzentrationstraining.

 

Wenn ich ein emotionales Problem habe, dann brauche ich eine emotionale Lösung und keine Aufmerksamkeitsdressur.

 

Wenn ich keinen Sinn in etwas finde, dann muss ich den entsprechenden Teil der Welt vielleicht tiefer oder anders unter die Lupe nehmen oder völlig neu denken und wahrnehmen oder ganz lassen und einen richtigeren Weltplatz finden.

 

Wenn ich unorganisiert bin, dann habe ich die unwiderstehliche Attraktivität von Struktur noch nicht gekostet.

 

Das alles unter dem Etikett ADHS zu subsumieren, ist einfach grob und eine unnötige Kapitulation.

 

Um vielleicht meine immer länger werdende Antwort abzuschließen, möchte ich offen sagen, dass die Botschaft für all die, die sich fragen, ob ADHS eine Krankheit ist, die ist, dass ADHS eine gesunde Reaktion auf unsere eigene Selbstentfremdung ist, die wiederum aus einer Mischung von Unnatürlichkeiten resultiert, die wir erleiden. 

Entweder wird uns etwas aufgezwungen, was uns nicht entspricht, oder uns fehlt etwas, was wir dringend brauchen.

Die fünf großen Bereiche, die ich eben angerissen habe, oder Kraftgeneratoren, wie ich sie nenne, in denen Überschuss oder Mangel herrschen kann, behandle ich ja im Buch. Hier nur kurz benannt: Existentielle Wirklichkeit. Emotionale Genährtheit. Energetisches Gleichgewicht. Geistige Klarheit. Wohlorganisiertes Leben.

 

Um Mark Twain zu zitieren: „Wenn unser einziges Werkzeug ein Hammer ist, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.“

Für uns hier übersetzt: das Leben ist komplex bzw. reichhaltig. Für das oder für vieles, was darin schief läuft, unsere Aufmerksamkeit zu beschuldigen, ist mindestens vermessen.

 

Nach dem Lesen des Buches entstand das Gefühl, dass es zu diesem Thema mehr geben müsste.... Sie erwähnten am Anfang Ihres Buches, „Sie wollen es kurz halten, aber keine Details auslassen". Können wir also erwarten, dass eine weitere Folge des Buches kommen wird, in der mehr Erkenntnisse dargestellt werden? 

 

Oh ja. Das kann absolut erwartet werden, da es notwendig ist. Es kommen mehr Veröffentlichungen und auch praktische Instrumente zu dem Thema ADHS, aber auch zu dem Thema Aufmerksamkeit unabhängig von ADHS, die sowohl über dieses Buch hinausgehen als auch Aspekte dieses Buches veranschaulichen und praktisch handhabbar und umsetzbar machen. Selbstverständlich auch entsprechende Seminare und praktische Ausbildungseinheiten. 

Jeder Leser wäre bestimmt in der Lage, sich auf den von Ihnen erwähnten Aspekt der Genährtheit in allen Dimensionen des "Selbst" zu beziehen. Man könnte es auch auf Familien- und auch auf Unternehmensebene verstehen. Es kann helfen, das eigenes Verhalten und die eigenen Entscheidungen zu verstehen. Könnten Sie bitte mehr zu diesem Thema sagen?

 

Gerne. Es geht um das Mitkriegen, das Merken dessen, worum es in unserem Leben geht, und um den möglichen Kampf darin oder den Konflikt zwischen dem, wie unser Leben sein könnte und sollte, und dem, wie es aktuell ist, und dies vielleicht schon länger. Wer restlos glücklich ist, braucht mein Buch nicht. Aber das Buch und alles, was es behandelt, kann nützlich sein für alle, die in unterschiedlichen Bereichen eine störende Ruhelosigkeit erleben.

 

Die Praxis oder der Lebensstil der sogenannten Achtsamkeit ist zum Beispiel in den letzten Jahren in die Mode gekommen. Sehr wahrscheinlich zurecht. Worum geht es dabei?

Achtsamkeit ist das Lenken der Aufmerksamkeit oder des gesamten Bewusstseins auf alles, was im gegenwärtigen und auch immerwährenden Moment erlebt wird. Das ist sehr dienlich, denn wenn ich bewusst mitkriege, was ich sowieso erlebe, und nicht dabei abgelenkt bin, erst dann kann ich schauen, ob es gut ist oder nicht.

 

Achtsamkeit, auch wenn sie modisch ist und neu klingt, ist schon seit mehreren Jahrzehnten Bestandteil der humanistischen Psychologie von z.B. Abraham Maslow und Carl Rogers. 

 

In der humanistischen Psychologie dienen Achtsamkeit, Selbstbewusstsein und organismisches Spüren dazu, unreflektiertes, unbewusstes und reaktives Verhalten mitzukriegen und gleichzeitig sich authentisch zu spüren; mit allen nachfolgenden wohltuenden Erkenntnissen und Handlungen.

 

Und auch die humanistische Psychologie wiederum beruht ja auf der Zeit noch davor, wir reden hier von diesen hundert Jahren zwischen 1850 bis 1950, eine Zeit, in der sich sowohl die Entwicklung der Psychologie-Wissenschaft als auch die Strömungen des Existentialismus und der Phänomenologie die Erkenntnis einer noch nie so klar festgestellten Freiheit hervorbrachten, das eigene Leben entlang der eigenen Authentizität zu entwerfen und zu verwirklichen.

Die Genährtheit in allen Dimensionen des Selbst als einen Aspekt, und zwar als zentralen Aspekt, würde ich hinzufügen, anzusprechen, und zwar als auf unser gesamtes Verhalten und Entscheiden wirkend, das ist eine sehr richtige Feststellung.

 

Und ich habe Achtsamkeit, Humanistische Psychologie und Existentialismus aufgeführt als Beleg dafür, dass die Grundgedanken und Erkenntnisse in meinem Buch nicht neu sind.

 

 

Im Buch jedoch wird das alles so zusammen auf den Punkt gebracht und noch darüber hinaus so beleuchtet, dass das Leben sicherer und klarer gefasst, und dann angenommen, und dann entsprechend der individuellen Persönlichkeit gestaltet wird. Solange solch ein Gestalten die Gesetze der Wirklichkeit nicht verletzt.

 

Leider tendiert eine Gesellschaft immer dahin, Gleichförmigkeit zu erzeugen und zu erfordern. Doch wir alle sind, auch wenn in vielem gleich oder ähnlich, in vielem auch so unterschiedlich voneinander.

 

Spätestens seit Rogers ist die Wichtigkeit einer personenzentrierten Erfüllung im Leben klar. Leider ist aber, verglichen mit der Zeit, die seitdem vergangen ist, nicht viel passiert. Es ist aber höchste Zeit.

Was ist Ihre Inspiration und Vision hinter „ADHS entschlüsselt“? 

 

Was die Inspiration angeht, da ist einfach viel, was ich nennen kann. Ich kann sagen, die Klienten, mit denen ich gearbeitet habe, ich kann sagen alle Menschen, die mich berührt haben und berühren, inklusive all die, die ich nie persönlich getroffen habe, sondern nur geistig und psychisch, ich kann sagen, mein eigenes vergangenes Aufmerksamkeitsabenteuer, sein Ende, und der Gewinn seitdem. 

 

Jedoch ist meine wahre Inspiration das Leben selbst. Das Wunder, dass wir da sind und alles andere da ist. Wie Wittgenstein schon gesagt hat: „Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist.“

Und welche Rolle, Funktion, Aufgabe und geniale Arbeit unsere Aufmerksamkeit in unserem Leben vollbringt, interessiert mich seit 30 Jahren.

Zu meiner Vision: Nach Deutschlands früherem Bundeskanzler Helmut Schmidt muss jeder, der Visionen hat, zum Arzt. Vielleicht meinte er es nicht wortwörtlich und vielleicht stimmt es nicht für alle, doch für mich schon. Seit langem ist es bei mir so, dass das Leben jetzt da ist. Eine Vision mag spontan immer mal wieder entstehen, doch verfolge ich sie nicht, sie würde mich von dem, was jetzt schon alles da ist, ablenken, also ein gewisses ADHS erzeugen.

 

Daher wäre der Spruch des Konfuzius: „Der Weg ist das Ziel“ näher an meiner Antwort.

Ganz genau genommen, ist es bei mir so, dass viel wichtiger als die vielen möglichen und künftigen Wohins das ist, was mein Zustand ist hier und jetzt in meinem Leben. Je mehr ich von dem, was in meinem Leben jetzt richtig ist, zulasse oder bewirke, und zwar in der richtigen Mischung und in der richtigen Priorität, desto natürlicher und automatischer ergibt sich der Weg von selbst. Und solch ein Weg, weil er richtig ist, ist gut und führt immer zu nährenden Landschaften und Orten und Quellen. Denn er ergibt sich aus einem richtigen Zustand, aus einer stimmigen Art zu sein.

 

Wenn ich also mit meiner Arbeit, anderen beim Erreichen dieses Zustands mit unterstützen kann, dann ist das wunderbar.

Es geht um Fülle, die bald bzw. jetzt möglich ist, und nicht in der Zukunft, und zwar ohne unendliches Handeln und Tun. Dadurch, dass die Quellen der Bewegung unserer Aufmerksamkeit uns so nähren, damit wir einerseits natürlich und wohlig ruhen können, und damit unser Aktivsein durch Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit vollständiger die Intelligenz erreicht, die längst in uns angelegt ist.